Was ist digitale Souveränität – und was bedeutet das für unseren Alltag?

Man sieht eine Gruppe Menschen mit Tablets in der Hand... über Ihnen schwebt ein Symbol für Datenschutz.

Digitale Souveränität bezeichnet die Fähigkeit, sich im digitalen Raum selbstbestimmt, sicher und informiert zu bewegen. Es geht darum, digitale Technologien nicht nur zu nutzen, sondern sie zu verstehen – und eigene Entscheidungen darüber treffen zu können, wann, wie und unter welchen Bedingungen man sie nutzt.

Dabei betrifft digitale Souveränität nicht nur Expertinnen und Experten, sondern uns alle: im Alltag, im Beruf und im Kontakt mit der Verwaltung.

Drei Ebenen der digitalen Souveränität:

  1. Technische Kontrolle
    Wer steuert die Geräte, Software und Plattformen, die wir nutzen? Haben wir die Möglichkeit, Einstellungen selbst zu verändern, oder sind wir auf voreingestellte Abläufe angewiesen?

  2. Datenhoheit
    Wissen wir, welche persönlichen Daten erhoben, gespeichert oder weitergegeben werden? Und können wir selbst darüber bestimmen?

  3. Kompetenz und Verständnis
    Können wir digitale Angebote sinnvoll bewerten, Risiken erkennen und selbstbestimmt entscheiden, ob und wie wir sie einsetzen?


Im Alltag bedeutet das zum Beispiel:

  • Die Möglichkeit, Datenschutzeinstellungen selbst vorzunehmen – auf dem Smartphone, im Browser oder in Apps

  • Die Fähigkeit, Fake News von seriösen Informationen zu unterscheiden

  • Die Wahlfreiheit, analoge Alternativen zu nutzen – etwa bei Behördengängen oder Bankgeschäften

  • Ein Grundverständnis für Begriffe wie „Cloud“, „Tracking“, „Ende-zu-Ende-Verschlüsselung“ oder „Zwei-Faktor-Authentifizierung“

  • Die Entscheidung, nicht jede App zu installieren oder nicht jedem Dienst Zugriff auf persönliche Informationen zu gewähren


Warum ist das wichtig?

Weil digitale Souveränität ein entscheidender Baustein für Teilhabe, Selbstbestimmung und Demokratie ist.
Nur wer versteht, wie digitale Systeme funktionieren, kann informierte Entscheidungen treffen – im privaten Umfeld, im Berufsleben und im Umgang mit Staat und Verwaltung.

Gerade in einer zunehmend digitalen Welt brauchen Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit, nicht nur mitzumachen, sondern mitzubestimmen.


Digitale Souveränität ist kein Zustand, sondern ein Lernprozess.
Mit dieser Informationsreihe möchten wir dazu beitragen, diesen Prozess zu unterstützen – Schritt für Schritt, alltagstauglich und praxisnah.