Willkommen im Fediverse – die echte Alternative zu X, Instagram & Co.

Ein Comicbild von einer Wiese im Sonnenaufgang. Im Vordergrund sitzt ein niedliches Häschen und schaut den Betrachter an...

Das Fediverse (ein Kofferwort aus „federation“ und „universe“) ist ein dezentral organisiertes Netzwerk unabhängiger sozialer Plattformen, die dank offener Protokolle miteinander kommunizieren können. Es funktioniert ein wenig so wie E-Mails: Auch dort können Nutzerinnen und Nutzer verschiedener Anbieter miteinander schreiben. Im Fediverse gilt dieses Prinzip für soziale Medien.

Was ist das Fediverse genau?

Plattformen wie Mastodon, Pixelfed, PeerTube oder Friendica basieren auf dem offenen Standard ActivityPub, der Interoperabilität zwischen Diensten ermöglicht. Wer sich also bei einer Plattform anmeldet, kann problemlos auch mit anderen Nutzerinnen und Nutzern in Kontakt treten, die auf ganz anderen Servern unterwegs sind.

Warum ist das wichtig?

  • Dezentral & datenschutzfreundlich: Es gibt keine zentrale Instanz, die alle Daten kontrolliert – jede Plattform setzt eigene Regeln und Datenschutzstandards.
  • Offene Software: Alle Projekte sind Open Source, also transparent und unabhängig überprüfbar.
  • Selbstbestimmung: Jede und jeder kann auswählen, auf welcher Instanz man sich registriert – und damit eine Community und Moderation wählen, die zu den eigenen Vorstellungen passt.

Plattformen im Fediverse – Alternativen im Überblick

Mastodon – die Alternative zu X (Twitter)

Mastodon ist die bekannteste Plattform im Fediverse und eignet sich für kurze Textbeiträge, sogenannte „Tröts“. Sie ist der Alternative zu X (ehemals Twitter) am nächsten und mittlerweile international weit verbreitet. Mastodon bietet eine Vielzahl an Instanzen, die thematisch oder regional ausgerichtet sind, und ist damit für viele der Einstieg ins Fediverse.

Pixelfed – die Alternative zu Instagram

Pixelfed ist eine dezentrale Plattform zum Teilen von Fotos und Bildern. Sie ähnelt in ihrer Funktion stark Instagram, legt jedoch großen Wert auf Datenschutz und werbefreie Nutzung. Besonders in Deutschland gibt es eine wachsende Community, etwa auf pixelfed.de, einer der größten deutschsprachigen Instanzen.

PeerTube – die Alternative zu YouTube

PeerTube ist eine föderierte Videoplattform, die über ein Peer-to-Peer-System funktioniert. Jede Instanz hostet eigene Videos, kann diese aber mit anderen Instanzen teilen. Damit entsteht ein gemeinsames Netzwerk von Videoinhalten, ohne dass ein einzelner Anbieter wie YouTube die Kontrolle hat.

Friendica – die Alternative zu Facebook

Friendica ist ein soziales Netzwerk, das klassische Funktionen wie einen Newsfeed, Freundeslisten und private Nachrichten bietet. Es versteht sich als dezentrale Alternative zu Facebook und kann zudem mit anderen Netzwerken im Fediverse verbunden werden.

Weitere erwähnenswerte Projekte

Neben den großen Alternativen gibt es weitere spannende Plattformen: Lemmy ist eine Reddit-ähnliche Plattform für Diskussionsforen, Funkwhale ermöglicht das Hosten und Teilen von Musik und Podcasts, und Hubzilla ist ein sehr umfassendes soziales Netzwerk mit zusätzlichen Funktionen wie Foren und Kalendern.

Einen passenden Server finden

Um im Fediverse mitzumachen, registriert man sich nicht bei einer zentralen Plattform, sondern wählt einen Server (Instanz). Diese werden von Vereinen, Privatpersonen oder Organisationen betrieben. Alle Server sind miteinander verbunden, unabhängig davon, wo die eigene Anmeldung erfolgt.

Hilfreiche Portale für die Suche:

Beispiele für deutschsprachige Server (inklusive Norddeutschland)

  • norden.social – regionale Mastodon-Instanz für Norddeutschland
  • westen.social – für den westdeutschen Raum
  • mastodon.berlin – für die Hauptstadtregion
  • pixelfed.de – größte deutschsprachige Pixelfed-Instanz
  • Diverse PeerTube-Instanzen: z. B. video.ploud.fr (Frankreich, stark föderiert) oder kleinere deutsche Server mit regionalem Bezug

Fazit

Das Fediverse bietet eine ernsthafte, offene und datenschutzorientierte Alternative zu den bekannten sozialen Netzwerken. Es gibt keine zentrale Kontrolle – stattdessen können Nutzerinnen und Nutzer selbst entscheiden, auf welcher Instanz sie aktiv sein möchten. Besonders in Deutschland, auch im Norden, existieren bereits mehrere Server, die den Einstieg leicht machen.